Gesundheitswesen, ärztliche Versorgung · 2 Standorte, rund 30 Arbeitsplätze · Tirol
Zwei Neubauten, eine gemeinsame Architektur
Zwei Ordinationsneubauten im Abstand einiger Jahre, geplant von den Netzen über die Serverschränke bis zur Verkabelung. Beide Standorte sind über eine verschlüsselte Dark-Fiber-Strecke verbunden, Medizintechnik und Gebäudetechnik verschiedener Hersteller hängen an einem gemeinsamen Segmentkonzept.
Anonymisierte Darstellung: Der Betrieb wird nicht genannt, der Ort nur als Bundesland, der Zeitpunkt gar nicht. Größere Mengenangaben sind gerundet, Hersteller der Fachsysteme bleiben ungenannt. Technischer Aufbau, Ablauf und Ergebnis sind unverändert wiedergegeben.
- 2
- über 15 km
- 8
- rund 30
- rund 12
- 2 je Standort
- rund 6 Monate
- rund 3 Monate
Ausgangslage
Beide Ordinationen wurden neu gebaut, die zweite einige Jahre nach der ersten. Ein Neubau klingt nach der einfacheren Aufgabe, verschiebt den Aufwand aber nach vorne: Es gibt keine bestehende Struktur, an der man sich orientieren kann, und jede Entscheidung fällt, bevor jemand das Gebäude nutzt.
Gleichzeitig hängt an einer Ordination mehr Technik als an einem gewöhnlichen Büro. Medizintechnik, Apothekentechnik, Haussteuerung, Sprechanlagen und Videoüberwachung kommen von unterschiedlichen Herstellern und Dienstleistern, jeder mit eigenen Anforderungen an das Netz.
Technische Herausforderung
Die Versorgung der Patientinnen und Patienten darf nicht von der IT abhängen. Ausfälle sind in einer Ordination nicht nur ärgerlich, sie verzögern Behandlungen.
Gleichzeitig gelten für Patientendaten strenge Anforderungen. Die Architektur musste beides zusammenbringen: hohe Verfügbarkeit und eine Datenhaltung, die nachvollziehbar unter der Kontrolle der Ordination bleibt.
Dazu kam die Koordination: Die Fachsysteme wurden von ihren jeweiligen Anbietern geliefert, mussten aber in ein gemeinsames Netz passen, das zum Zeitpunkt der Planung noch nicht existierte.
Randbedingungen und Abhängigkeiten
- Zwei Bauprojekte mit festen Fertigstellungsterminen
- Patientenbetrieb ohne Ausfälle, auch während der Anbindung des zweiten Standorts
- Strenge Anforderungen an Datenhaltung und Zugriffe auf Patientendaten
- Medizintechnik und Gebäudetechnik von mehreren unabhängigen Dienstleistern
Architektur und Lösungsbausteine
Die beiden Standorte sind über eine verschlüsselte Dark-Fiber-Strecke verbunden und verhalten sich dadurch wie ein Haus. Zusätzlich hat jeder Standort zwei eigene Internetleitungen, damit der Ausfall einer Leitung den Betrieb nicht stoppt.
Das Netz ist in acht Segmente geteilt. Patientendaten, Medizintechnik, Gebäudetechnik, Videoüberwachung und Arbeitsplätze liegen getrennt voneinander, mit geregelten Zugriffen zwischen den Bereichen.
Die Daten bleiben lokal im Haus. Die Sicherung ist verschlüsselt und nach dem Zero-Knowledge-Prinzip aufgebaut: Ohne den Schlüssel der Ordination ist sie für niemanden lesbar, auch nicht für uns.
- Dark-Fiber-Kopplung
- Verschlüsselte Direktverbindung über mehr als fünfzehn Kilometer zwischen den beiden Standorten.
- Redundante Internetanbindung
- Zwei zusätzliche Leitungen je Standort, damit eine Störung nicht den Betrieb trifft.
- Acht Netzsegmente
- Trennung von Patientendaten, Medizintechnik, Gebäudetechnik, Video und Arbeitsplätzen.
- Lokale Datenhaltung
- Patientendaten bleiben im Haus, Zugriffe sind geregelt und nachvollziehbar.
- Verschlüsselte Sicherung
- Zero-Knowledge-Prinzip: Ohne den Schlüssel der Ordination sind die Daten nicht lesbar.
- Angebundene Medizintechnik
- Bildgebende Diagnostik und Apothekentechnik in ihren jeweiligen Segmenten.
- Gebäude- und Kommunikationstechnik
- Haussteuerung, Sprechanlagen und ein Besprechungsraum mit Konferenzsystem.
- Videoüberwachung
- Rund ein Dutzend Kameras mit geregelter Aufzeichnung, getrennt vom Praxisnetz.
Verantwortungsumfang von MST
- Planung der Netze, der Serverschränke und der gesamten Verkabelung
- Auswahl der Produkte und Festlegung der Architektur für beide Standorte
- Koordination der beteiligten Dienstleister für Medizintechnik und Gebäudetechnik
- Unterstützung bei der Programmierung der Haussteuerung
- Anbindung des zweiten Standorts an die bestehende Struktur
Umsetzung und Migration
Beim ersten Standort vergingen von der Planung bis zur Fertigstellung rund sechs Monate, in denen Netzplanung, Serverschrank, Verkabelung und die Abstimmung mit den Fachfirmen parallel zum Bau liefen.
Der zweite Standort folgte einige Jahre später und war in rund drei Monaten fertig. Die kürzere Dauer ist kein Zufall: Das Segmentkonzept und die Abläufe standen bereits, der zweite Standort wurde darauf aufgesetzt und über die Dark-Fiber-Strecke angebunden.
Ergebnis
Seit der Inbetriebnahme gab es keine Ausfälle. Beide Standorte arbeiten auf einer gemeinsamen Struktur, ohne dass die Ordination sich mit deren Technik beschäftigen muss.
Die Datenhaltung ist geklärt und dokumentiert: lokal, mit geregelten Zugriffen und einer Sicherung, die ohne den Schlüssel der Ordination nicht lesbar ist.
Für die Fachsysteme gibt es eine Stelle, die die Schnittstellen verantwortet. Die Ordination muss nicht zwischen Medizintechnik, Haustechnik und IT vermitteln.
Beteiligte Lösungen
Nach der Umsetzung übernehmen wir Infrastrukturen auf Wunsch in den standardisierten Betrieb.